Weissbuch Interkultureller Dialog

In der Politik ist ein Weissbuch (White Paper) eine Sammlung von Beobachtungen und Vorschlägen zum weiteren Vorgehen in Bezug auf einen bestimmten Themenbereich.

Im Mai 2008 präsentierte der Europarat ein von ihm ausgearbeitetes Weissbuch zum Interkulturellen Dialog. Dieses Weissbuch richtete sich an Entscheidungsträger aus Politik, Administration, und Bildung, sowie Vertreter von Medien, Nichtregierungsorganisationen, Religionsgemeinschaften, Jugendorganisationen und andere Sozialpartner.

„Weissbuch zum Interkulturellen Dialog – Gleichberechtigt in Würde Zusammenleben“

Die Einleitung des Weissbuchs enthält das Bekenntnis zu einer vielfältigen und offenen Gesellschaft innerhalb der Mitgliedstaaten des Europarats, basierend auf dessen Grundwerten – Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit – sowie ein Plädoyer für den Interkulturellen Dialog.

Das erste Kapitel umreisst den Konsultations- und Redaktionsprozess des Weissbuchs und liefert Arbeitsdefinitionen gewisser Schlüsselbegriffe.

Das zweite Kapitel geht auf das Phänomen der kulturellen Vielfalt ein, stellt die Universalität der Werte des Europarats fest, gibt einen Überblick über die von ihm seit seiner Gründung entwickelten Instrumente und Mechanismen zur Förderung dieser Werte und beschreibt die Risiken, die sich für eine Gesellschaft aus einer allfälligen Dialogverweigerung ergäben.

Cover des WeissbuchsDas dritte Kapitel wägt Chancen und Schwierigkeiten ab, die aus dem Interkulturellen Dialog erwachsen, analysiert die Stärken und Schwächen von Assimilation und Multikulturalismus, beschreibt die Bedingungen, unter denen ein Interkultureller Dialog erfolgreich sein kann und geht auf die religiöse Dimension des Interkulturellen Dialogs im Rahmen der Arbeit des Europarats und die Rolle des Interreligiösen Dialogs ein.

Das vierte und fünfte Kapitel erläutern die Grundvoraussetzungen, die zur Förderung des Interkulturellen Dialogs unabdingbar sind – eine demokratische Regierungsführung auf der Basis der Grundwerte des Europarats; die Bereitschaft der Bürger, sich an demokratischen Prozessen zu beteiligen; die Förderung des Erwerbs von umfassenden interkulturellen Kompetenzen und der Wille, solche Kompetenzen zu erwerben; die Schaffung von physischen und virtuellen Orten der Begegnung sowie der Wille, sich auch auf internationaler Ebene im Interkulturellen Dialog zu engagieren – und führen diese Grundvoraussetzungen anhand von Praxisbeispielen weiter aus.

Link zur Deutschen Übersetzung des Weissbuchs (PDF)


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Foto © Interreligiöse Arbeitsgemeinschaft Schweiz (IRAS – COTIS)