Nachts in der Tiefgarage

Am ersten Tag nach der Einführung des neuen Sicherheitskonzepts im Europarat fand dort abends eine Vernissage mit Empfang statt. Gegen Ende der Veranstaltung bot ich einer Kollegin an, sie nach Hause zu fahren, und so machten wir uns gemeinsam auf den Weg in die Tiefgarage. In der Eingangshalle trafen wir vor der Tür zu den Lifts, die sich per Badge nicht mehr öffnen liess, auf den schwedischen und den türkischen Botschafter.

Auf Umwegen durch verlassene Treppenhäuser schafften wir es bis hinunter in die Garage – nur um kurz darauf festzustellen, dass wir samt unseren Wagen endgültig dort festsassen, weil sich auch das Tor zur Ausfahrt dank des neuen Konzepts nicht mehr öffnen liess.

Aber auch in dieser Situation griff das diplomatische Protokoll, und so machte man im Halbdunkel der Notbeleuchtung vor dem verschlossenen und mit unseren Autos blockierten Ausgang höflich Konversation – über die Vor- und Nachteile von Kleinstwagen wie meinen Smart, die Marzipanherstellung in Istanbul, die Sicherheit der schwedischen Automarke Volvo und den Zustand der Strassen in verschiedenen Teilen Europas – bis uns nach einer Stunde des Wartens zwei Sicherheitsbeamte schliesslich „befreiten“.